im teeladen
es wärmet mich von innen
das wohlge heißgetränk,
es wird mir krafte bringen,
macht lieb’ mir zum geschenk.
in diesem kleinen städtchen
aus längst vergangner zeit,
betracht ich süßes mädchen
welches sitzt nicht weit
von meinem tisch entfernt.
durch’s haare sie sich streicht,
wundervoll, behend,
da wird mir’s herze leicht,
erhebt sich, hoch, nach oben
und ach! wie säß ich gerne
beim süßen mädchen droben
auf dass ich von ihr lieben lerne.
sturm
auf großem, weitem felde
stand blümlein ganz allein,
in glanze und in blüte,
bei prächtgem sonnenschein.
kein einzges dunkles wölkchen
war weit und breit zu sehn,
nicht durch winde oder regen
sollt’ blümelein vergehn.
mit wunderbarem dufte
und farben, stark und tief,
lockt’ blümlein zarte worte
aus meinem mund, ich rief:
“ach du wundervolle
blume, ach du tolle,
bist du’s die ich begehre?
mir wecket diese schwere
vom herz in meiner brust?
doch nicht durch lieb’ und lust
allein sinkt herz zu grunde;
so hör aus meinem munde:
es wird ein sturme kommen,
er wird dein ende sein!
dein rufe wird verstummen
und du warst nimmer mein!”
als ich ihr so gesprochen
ward blümlein still - dann sprach’s:
“in aller lieb’ und schönheit,
so wahr ich hier erblüh,
werd immer dir gehören,
auch wenn ich bald vergeh.
vergiss nicht meine worte:
schon immer war ich dein,
auch wenn dich erst mein dufte
lockt’ auf’s felde mein.
wir durften beide lieben,
wenn auch für kurze zeit;
doch liegt der liebe würze
in der vergänglichkeit.”
neue götter
süße lippen, süßer wein
fliessen beide in den kusse ein,
wecken hoffnung auf die ewigkeit
doch ist kuss schon bald vergangenheit.
ach wie wohlig nektar schmeckte
der sich köstlich aus dem kuss ergoss,
in mir gottesfurchte weckte,
dann durch meine adern floss
und mir das herze freudig hob.
hob’s herze hoch hinauf in luftge höhn
um auf wattgen wölkchen wohl und schön
zu ruhn an muses busen, ach wie ich’s mir lob!
will fortan nur dem kuss und wein
frohnen bis an’s ende aller zeiten,
frohnen bis in alle ewigkeiten,
ach es sollen kuss und lieb’ und wein
fortan meine götter sein.
das traurige menschlein
ein kleines steinchen lag verborgen,
behütet und beschützt vor böser welt.
nicht musste sich das steinchen sorgen,
konnte schlafen immerzu
in freudger ruh.
vergessen ward es dann alsbalde
und fühlte sich dann plötzlich ganz allein,
allein im großen, weiten walde,
war nicht gegen einsamkeit
so recht gefeit.
nun konnte steinchen sich nicht regen,
lag still und plump und traurig auf der lauer
und hoffte auf den großen segen,
rief: “oh herr, erlöse mich,
erbarme dich!”
doch sollt’ und konnt’ der herre nicht
von steinchens schwerem herz erlöser sein,
dem steinchen zeigen weg zum licht
und es befrein von seiner pein.
weder wollt es dies verstehn,
noch wahrheit sehn:
steinchen war ein mensche
von trauriger natur.
zog sich zurück im walde,
tat sich verstecken nur
um nicht sich selbst zu sehen,
stechenden schmerz zu fühlen
der sich durch seine venen
bis in sein herze zog.
nicht konnte es erklären,
erläutern seine pein,
doch war sie wohl verheerend,
die große traurigkeit.
so redet’ sich das menschlein
ein es wär ein stein,
im tiefen wald verborgen,
versteckt vor seinen sorgen.
als bube manne wurde
es tänzelt auf den tischen
der bube, süß und klein,
lässt freudig alle wissen:
“ich will ein manne sein.”
nach tanze springt vom tresen
erwachsner kleiner fratz,
schreit “lasst mich doch genesen,
gebt mir meinen schatz,
meine lieb’ zurück.
ach wie bin ich allein,
wie fehlt dies kindsche glück
mir im erwachsensein.
nicht kann ich nunmehr spielen,
und unschulde geniessen,
bin einer nur von vielen
und tu wie mir gehiessen.
nein! manne sein
schmeichelt mir mitnichten,
nicht ist dies dasein fein,
will kind in mir vernichten!
drum vergrab ich’s kinde
tief, will’s nimmer finden
(doch stets in meiner nähe wissen),
vergess ich’s auch geschwinde
wird’s Marse auch nicht finden.
nur so bleibt sie erhalten,
die gütge kindlichkeit,
lässt herze nicht erkalten,
zum lieben stets bereit.”
schlaflied
träume, schlafe tief und fest,
erhole dich vom tage,
vom spielen, küssen und dem rest,
von deiner lebenslage
in die du nach dem sinneswandel,
den kürzlich du vollzogen,
geraten bist.
schlafe, träume süß und lieb,
durchquere ferne welten,
flieg, umarme, küsse, lieb’,
mach deine werte gelten,
die freundlichkeit und liebe auch
die herze dein erfüllt,
dort ständig ist.
lass traum und schlafe quelle sein
aus der du krafte schöpfst,
krafte sowie liebe dein,
bis du von beiden strotzt.
denn nur wer brav und lieb und rein
seine liebe teilt,
wird schlafen fest und träumen fein,
in alle ewigkeit.
als der knecht zum meister wurde
es machte sich des ritters knechte auf
zu suchen nach begehrtem heiligtum.
im namen seines herrn stieg er hinauf
zum himmelstore, suche war sein siechtum.
nach langem irren, kränk’ und suche dann
bemerkte knechte wie die kraft ihm wich
und seine glieder, müde, irgendwann
ihn nicht mehr trugen, so ergab er sich,
gab sich dem müßiggange vollends hin,
nicht strebt’ er mehr zu dienen seinem herrn,
nicht stand ihm mehr nach rittertum der sinn,
ihm lagen diese alten träume fern.
“stand und rang sind eitelkeiten nur,
nicht führen sie zum glücke noch zum heile.
nach langer suche, gebunden an den schwur
den ich geleistet, einst, vor langer weile,
kann ich sagen nun: die seele mein
ist alt, verkümmert, einsam und verloren.
nicht fand ich dieses heiligtume dein,
zu dessen suche du mich einst erkoren.
doch höre herr, nicht fehlt es an respekte,
nur eigene person tu ich verachten
und auch den gotte der mich weder weckte,
noch mir zeigte unsinn meines trachtens.”
so sprach der knechte seinen herren an,
verbeugte sich und fügte dann hinzu:
“entlasse mich aus deinem dienste dann
damit ich endlich finde meine ruh.
nicht dienen ist es was dem menschen ziemt,
noch sollt er suchen zeite seines lebens.
nicht heiligtume oder golde dient
dem zweck von knechte oder magdes strebens.
allein das dasein ist der heilge sinne,
das heiligtum auf dessen suche du
einst mich sandtest, es ist mein gewinne;
an ihm will ich nun laben immerzu.”
der ritter nickte und entließ den knecht,
da insgeheim er wusste: knechte hatte recht.
drei rösslein
ein kleines rösslein schritt daher,
im finstren tannenwalde,
weiß und prächtig, rein und wild
hat es mein herz gewonnen.
ein weitres rösslein trabt daher,
im schattgen tannenwalde,
schwarz und groß, besattelt schon,
so bracht’s mein herz ins wanken.
ein letztes rösslein folgte nun
im tiefen tannenwalde,
an dieses unscheinbare ross
hab ich mein herz verloren.
vergangenes inneres
mein
gesicht
regt
sich nicht.
keine
regung,
null
bewegung.
liebe,
hass
und schmerz;
angst
und mut,
freude,
all dies
sieht man nicht
in meinem gesicht.
denn ich
fürchte mich.
der mai
seelchen das mir innewohnt,
komm hervor und tritt ins lichte,
zeige deine lieb’ und schönheit,
erzähle die geschichte
von deines lebens werdegange,
von deiner liebe, deinem kummer,
deinem schmerze, dem versagen
deines herzensschlages.
erzähle die geschicht’ vom tanze
den du neulich hast geführt,
wie Sie in süßem prächtgem glanze
dichter hat verführt.
seelchen du bist wundervoll,
auch ist dein’ gespielin toll,
so trinke, koste liebe aus,
schrei namen laut hinaus,
hinaus in weite weltgefilden.
ergötze dich an dieser quelle
die süßem tanz, dem mai entspringt,
die seelchen dich beschwingt.
tanze, küsse, trinke, liebe,
tanze in den mai hinein,
trinke und vergnüge dich,
so soll das leben sein.
1.